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Lungauer Norikerpferdezucht 

 

 

 

Bildergalerie zur

Noriker Bezirksschau

Größte Lungauer Bauernherbstveranstaltung 2009

  • mehr als 100 Pferde
  • 400 aktiv Mitwirkende
  • 2.500 Besucher
  • 8 Stunden Programm

 

 

Die Ursprünge der Noriker

Der Grundstein für die planmäßige NorikerzuAchat-Elmar-Vcht wurde von den Salzburger Erzbischöfen gelegt. Durch den Salzhandel war Salzburg ein sehr vermögendes Land und man konnte sich vieles leisten was gerade chic und modern war. Im 18. Jahrhundert herrschten fast rund um das kleine Erzbistum Salzburg die Habsburger, die bei offiziellen Anlässen Schimmel und Rappen aus dem Hofgestüt Kladrub anspannten. Hiervon wollten sich die Salzburger Landesherren klar abgrenzen und die Selbstständigkeit repräsentieren. So holten die Salzburger Landesfürsten Hengste mit ausgefallenen Fellfarben in die eigenen Gestüte und züchteten die eigenen Galapferde in diesen damalig seltenen Farbe.

 

Der Noriker im 20. Jahrhundert

Im Jahre 1897 erfolgt im damaligen Herzogtum Salzburg eine Anordnung zur Gründung von zwölf Pinzgauer Pferdezuchtgenossenschaften. Im Zuge dieser Neuorganisation der Zucht wurde auch der Pferdezuchtverein 9–Unternberg (damals als Genossenschaft bezeichnet) gegründet, welcher für den gesamten Lungau zuständig war. Die ersten Aufzeichnungen über das Vereinsgeschehen stammen aus dem Jahre 1908, aus welchem hervorgeht, dass man schon damals eine Qualitätsverbesserung anstrebe und nur gute Stuten in das Grundbuch (später Stutbuch genannt) eingetragen hat. Der langjährige Vereinsschriftführer, Bezirkstierarzt Maisinger, erwähnt die „heikle Vorgangsweise“ bei der Grundbuchaufnahme und stellt fest, dass man beim Stockmaß sehr streng wäre. Die Deckstationen Unternberg, Unterweißburg und Mariapfarr waren 1908 bereits mit 10 Staatshengsten besetzt, die von der Vereinsleitung als erstklassig bezeichnet wurden. Die Zucht muss also schon sehr intensiv betrieben worden sein, wenn auch 1910 erst 118 Grundbuchstuten im Besitz von 149 Vereinsmitgliedern angegeben sind. Zehn Jahre später sind schon 193 Mitglieder mit 214 Stuten registriert. 1923 erfolgte die Aufteilung des Lungauer Zuchtgebietes auf zwei Vereine: Neben dem bestehenden Verein 9-Unternberg wurde der Verein 13-Mariapfarr gegründet.


Noriker-Pferdezuchtverein 9-Unternberg

Trotz der Teilung war der Unternberger Verein weiter sehr aktiv und hielt weiterhin alljährlich Pferde- bzw. Fohlenschauen ab, die vom Landstallmeister Freiherr v. Ingenhäff als sehr vorbildlich bezeichnet wurden. Im Jahre 1926 wurde der langjährige Obmann Ferdinand Gfrerer, Wirt in Unternberg, für seine großen Verdienste geehrt und Johann Lanschützer, Esslbauer in St. Margarethen, erhielt als höchste züchterische Auszeichnung das Ehrendiplom des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft. Aber auch Probleme stellten sich ein: Der seit der Jahrhundertwende betriebene Plan, eine vereinseigene Jährlingsalm zu erwerben, konnte nicht realisiert werden und die Absatzlage verschlechterte sich. Die Motorisierung machte sich bereits bemerkbar, sodass Vitus Mauser, Ausschussmitglied, vorschlug, zum Schutze der Pferdefuhrwerker eine zusätzliche Steuer für LKW bei der Landesregierung zu beantragen. 1935 erreichte der Verein mit 106 Mitgliedern einen Tiefstand, dem ab 1938 ein neuerlicher Aufschwung erfolgte. In der Zeit ab 1950 begann auch im Lungau ein starker Rückgang der Pferdezucht, wo aber noch immer die Norikerrasse dominiert. Die ab 1973 eingeführte Fohlenversteigerung in Mauterndorf wirkte sich günstig auf die Preisentwicklung aus, jedoch war ein Rückgang der Belegungen nicht aufzuhalten, sodass die Dengststationen Unterweißburg und Unternberg stillgelegt werden mussten und heute nur noch die Deckstation Tamsweg betrieben wird und sogar einen neuen schönen Standort bei der Landwirtschaftsschule erhalten hat.

 

Noriker-Pferdezuchtverein 13 – Mariapfarr

Die Gründung des Vereines P13-Mariapfarr erfolgte im Jahre 1923 unter Obmann Georg Rainer. Die ersten Aufzeichnungen im Protokollbuch liegen vom Jahre 1928 vor, wo 65 Mitglieder mit 36 Grundbuchstuten in den nördlichen Gemeinden des Lungaues genannt sind. Eine Hengststation bestand schon seit der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, was darauf schließen lässt, das im Lungau schon sehr früh Pferdezucht betrieben wurde. Bis 1940 vermehrte sich der Pferdebestand auf 123 Hauptstammbuch und 17 Stammbuchstuten. Der Mitgliederbestand nahm ebenfalls beträchtlich zu und der Verein arbeitete sehr zielstrebig. Nach einem Höchststand an Mitgliedern und Stuten um 1960 herum ging es auf Grund der Mechanisierung und Technisierung in der alpinen Landwirtschaft auch in diesem Verein mit der Pferdezucht einmal steil bergab. Erst ab 1980 ist wieder eine Zunahme an Mitgliedern (Züchtern) und Zuchtstuten festzustellen. In die Rezession 1978 fällt auch die Auflösung der schon im vorigen JahrhundeBartholomä - Rösslmarktrt eingerichteten und erst vor wenigen Jahren auf besondere Initiative des damaligen Vereinsgeschäftsführer, Alois Lankmayer sen., Thomalwirt, in Mariapfarr neugebauten Deckstation. Von der Deckstation Mariapfarr ging die Noriker Tigerzucht aus. Der hier aufgestellte Schwarzflecktiger „Achat-Elmar“ übte in den vierziger Jahren einen großen Einfluss auf die Zuchtregion aus. Er begründete die „Elmar-Linie“ der Lungauer Tigerzucht, die heute weit über die Grenzen des Lungaues hinaus bekannt ist. Der Schwerpunkt der Zucht verlagerte sich mit der Zeit innerhalb des Vereinsgebietes mehr nach Tamsweg, wohin auch die Hengststation verlegt wurde.

 

Die Zusammenlegung der Lungauer Noriker-Zuchtvereine

2002 wurden die beiden Lungauer Vereine zum Verein „9-Lungau“ zusammengelegt. Derzeit stehen im Lungau rund 80 aktiv eingesetzte Noriker-Zuchtstuten. In den vergangen Jahren wurden gemeinsam mit den Lungauer Reitergruppen drei Zugleistungsprüfungen ausgerichtet und 2007 sogar zusätzlich eine Reiteignungsprüfung für Norikerpferde mit Fremdreitertest durchgeführt. Neben Vorführ- und Pferdebeurteilungskursen werden auch Reit- und Gespannfahrkurse für die Vereinsmitglieder angeboten. Der alljährliche Bartholomä-Rösslmarkt in Mauterndorf ist sicherlich das Highlight im Jahreskreis der Lungauer Noriker-Pferdezüchter.